persönliches,  Studium

Wie du vielleicht schon durch meinen ersten Blogeintrag weist, studiere ich in Berlin Betriebswirtschaftslehre – kurz BWL. Bei vielen Menschen bekannt, als DER Studiengang für Menschen, die noch keinen Plan von Ihrer Zukunft haben, oder DER Studiengang, in den man sicher besteht, da er so einfach ist.

Vorab möchte ich jedoch klar stellen, dass ich im Folgenden nur meine eigene Erfahrung und Meinung schildere. Diese kann natürlich von denen anderer abweichen. Zudem studiere ich nicht an einer Universität sondern an einer Fachhochschule.

Unterschied Universität und Fachhochschule (FH)

In der Regel sagt man, dass an Fachhochschulen ein eher praxisbezogener Unterricht stattfindet. So müssen beispielsweise die Dozenten bereits mind. fünf Jahre hauptberuflich gearbeitet haben. In der Universität finden sich meist über Hundert Studierende in einem Kurs wieder, während die Gruppen in einer FH eher kleiner gehalten sind.

Warum BWL?

Warum wollte ich BWL studieren? Ich schloss im Juli 2018 meine Lehre als Hotelfachfrau ab. In dieser Branche sah ich mich aber einfach nicht in der Zukunft. Auch dachte ich mir: Ich habe Abitur gemacht, warum sollte das umsonst gewesen sein? Eine Ausbildung hätte ich auch mit einem Abschluss der mittleren Reife machen können. – Bitte verstehe das jetzt nicht falsch! Wenn du genau weist, was dein Ziel ist, sei es eine bestimmte Ausbildung, oder ein Studium, dann tu es. Am Ende und das kann ich jetzt schon klar sagen, achtet niemand mehr auf deine Noten aus der Schulzeit, oder deinen Abschluss. Das ist nur wichtig für den Weg zum Ziel. Ich nahm mir nach meinen bestandenen Abschluss einen Monat Zeit um genau zu überdenken, was ich möchte. Wo sehe ich mich in der Zukunft? Welche Ziele habe ich? Was möchte ich erreichen? Welche Branche ist für mich interessant? Viele Einflussfaktoren, die einen ziemlich verwirren können. Und ich bin mir sicher, ich bin nicht die Einzige, der es schwer viel sich zu entscheiden. Schlussendlich viel meine Wahl – Überraschung – auf das Studium der Betriebswirtschaftslehre. Grundsätzlich ist dies ein Studiengang, der sehr universell ist und viele Einsatzbereiche abdeckt.

Meine Uni

An meiner Hochschule legt die Regelstudienzeit sieben Semester fest. Darunter fallen die ersten drei Semester der, des Grundlagenstudiums. Meiner Meinung nach, die Semester, in denen alle Studierenden auf ein Wissens-Level gebracht werden. Denn nicht alle studieren direkt nach dem Schulabschluss. So haben auch viele davor eine Ausbildung durchlaufen, waren jahrelang berufstätig, oder haben bereits ein anderes Studium abgeschlossen, oder abgebrochen. Wenn du dich also entscheidest zu studieren, wirst du Menschen mit den unterschiedlichsten Werdegängen kennen lernen. Auch werden sich innerhalb dieser drei Semester schon viele deiner Kommilitonen (Mitstudierende) umentscheiden, evtl. das Studium abbrechen, oder einfach nicht die Leistungen erbringen können, die gefordert sind. Mein Dekan sagte damals in der Einführungsveranstaltung des ersten Semesters: „Schauen Sie sich jetzt noch einmal gut um, denn ca. 30% der Menschen, die gerade neben Ihnen sitzen, werden in den nächsten eineinhalb Jahren nicht mehr mit Ihnen an dieser Hochschule studieren.“ – Ich weiß, Motivation pur, oder?

Ich muss gestehen, ich bin nicht die Beste, wenn es um beispielsweise Mathe geht. Ich habe mich all die Jahre in der Schule immer gerade so vor Jahresabschluss auf eine Vier retten können und bin so immer irgendwie durchgekommen. Ich wusste aber auch, dass ein BWL-Studium natürlich auch viel mit Mathe zusammenhängt. Jetzt kommt mein ABER: Während des Studiums habe ich den Praxisbezug. Ich weiß, ich werde es in meinem beruflichen Alltag brauchen, auch wenn nur um die rechnerischen Hintergründe nachvollziehen zu können, die Programme für mich übernehmen. Ich hoffe ich konnte es dir gut erklären. Kurzgesagt, das Studium motiviert mich mehr eigenständig für Mathe zu lernen und nicht wie in der Schule heulend über dem Schreibtisch, vor Tränen nicht mal mehr die Aufgabenstellung lesen könnend, meine gesamte Existenz und Intelligenz zu hinterfragen. Und siehe da, ohne angeben zu wollen ich bin von einer Vier auf eine Zwei gerutscht.

Ab dem vierten Semester greifen die Vertiefungsmodule. An meiner Hochschule hat man die Wahl zwischen neuen verschiedenen Modulen. Für zwei davon muss man sich entscheiden. Meine favorisierten Module sind Marketing und Digital Business. Wenn eines davon nicht klappen sollte, denn leider hat jedes Modul nur eine bestimmt Anzahl an Belegungsplätzen und die Auswahl erfolgt per Zufallsverfahren, dann als Alternative  Investition und Finanzierung.

Es folgen außerdem ein Praxissemester, in einem Betrieb deiner Wahl (auch im Ausland möglich), wenn du möchtest ein Auslandsemester und am Ende die Bachelorarbeit.

Während des BWL-Studiums kannst du mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass dich folgende Module erwarten: Personalmanagement, Buchführung und Bilanzierung, Investition und Finanzierung, Marketing, Produktion und Logistik, Mathematik und Rechtswissenschaften.

Anhand der nebenstehenden Grafik wird noch einmal deutlich, wie vielseitig dieser Studiengang ist. Man beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Branche, oder einen Bereich im Unternehmen, sondern hat einen breiten Fächer an Optionen.

Um zu meiner Headline: „BWL – kann doch jeder…“ zurückzukommen, JA BWL kann jeder lernen und meiner Meinung nach sind zumindest die Grundlagen der BWL für jeden Beruf von Vorteil. Aber wie in jedem Studium muss man das Lernen wollen. Es fordert viel logisches Denken und gute Kenntnisse der Mathematik. Je mehr Zeit du in dein Studium investierst, desto leichter wird es dir fallen.

* https://www.mystipendium.de/studium/bwl-studium-betriebswirtschaftslehre

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